Reinhard Stähling / Barbara Wenders (2021):
Worin unsere Stärke besteht
Eine inklusive Modellschule im sozialen Brennpunkt
450 Seiten
Psychosozial-Verlag
978-3-8379-3122-8 (ISBN)



Reinhard Stähling und Barbara Wenders entwickeln die Vision einer solidarischen Schule für alle – gerade mit Blick auf Stärken, Potenziale und Gemeinsinn von Schüler*innen im sozialen Brennpunkt. Ihr Ansatz einer gesellschaftskritischen Schulpädagogik belegt die ungebrochene Aktualität einer »Pädagogik der Unterdrückten« (P. Freire).

Trotz aller Bemühungen um Teilhabe ist die schulische Realität immer noch stark dominiert von Benachteiligung und Ausgrenzung. Insbesondere bei Kindern mit Armutserfahrung und Migrationsvorgeschichte geraten häufig eigene Stärken und die Lernmotivation aus dem Blickfeld. Wie die individuellen Potenziale und der Gemeinsinn der Schüler*innen aktiviert werden können und vermeintlich »anregungsarme« Schulen im sozialen Brennpunkt zu Orten gelebter Vielfalt werden, zeigen Reinhard Stähling und Barbara Wenders.

In enger Verzahnung von Theorie und Erfahrungen aus der schulischen Praxis skizzieren sie ihre Vision einer solidarischen Schule für alle. Klasseneigene Pädagog*innenteams, verlässliche und sorgende Strukturen in Klassengemeinschaften, die freie Arbeit und die Kooperation im Zuge gemeinsamer und selbst gewählter Themen sind dabei einige von vielen Elementen einer gesellschaftskritischen Schulpädagogik im sozialen Brennpunkt. Anknüpfend an Paulo Freires Ideen einer »Pädagogik der Unterdrückten« belegt die Arbeit der Autor*innen die ungebrochene Aktualität des brasilianischen Lehrers und seines Ansatzes für den gegenwärtigen Schulalltag.


***** Pädagogische Solidarität mit denen am Rand

 von Bruno Achermann, Psychologe, Schulberater, ehem. Dozent PH Luzern (Luzern/Schweiz), am 16.06.2021

Das Buch ist herausgewachsen aus der langjährigen reflektierten Erfahrung bei der Arbeit als Lehrer*in und als Schulleiter an der PRIMuS/Geist-Schule im sozialen Brennpunkt in Münster NRW. Die Autorin und der Autor sind radikal, selbstbewusst und parteisch auf der Seite der Ausgestossenen und Missachteten, um die sich sonst kaum jemand kümmert! – Ganz besonders empfehle ich die Lektüre des Buches allen an Bildung Beteiligten, die die Folgen eines selektiven Schulsystems vertieft verstehen und inklusiv verändern wollen.


Die beiden Autoren haben auf dem Inklusionskongress von 2021 mit Bettina Krück über ihre Arbeit erzählt und einige Kerngedanken des neuen Buches dargestellt.

www.bettina-krueck.de

www.inklusionskongress.de

Inklusionskongress 2021:
Feedback zum Interview mit Reinhard Stähling und Barbara Wenders Rückmeldungen per E-Mail, als Kommentar auf www.inklusionskongress.de oder in der Facebook-Gruppe: 

Ich habe den Kongress nur an einigen Tagen verfolgen können und mich um so mehr gefreut, zum Schluss noch einmal verpasste Interviews zu sehen. Besonders auf Ines Bobat und ihren Partner habe ich mich sehr gefreut. Es gab viele Inspirationen! Auch von der Primus Schule! Toll, was sie dort auf die Beine stellen.

Leider fühle ich mich hier wird im tiefsten Mittelalter. Obwohl das auch nicht stimmt, da gingen viele noch gemeinsam zur Schule. Aber vielleicht eher die Gutbetuchten? Bedauerlicherweise sehen viele Kollegen die Notwendigkeit einer gemeinsamen Schule für alle nicht😔. Aber dein Engagement und das der vielen Interview Partner beweist klar, dass da mehr möglich ist und ich will das auch!!! Dankeschön für deine Arbeit!


Guten Morgen liebe Bettina, zunächst einmal möchte ich dir sagen, wie begeistert ich von der gesamten Bandbreite an Themen und Interviewpartner*innen bin.

Da ich durch meine angeborene Blindheit selbst eine Behinderung habe und derzeit den Studiengang Inklusive Pädagogik und Heilpädagogik an der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg studiere, interessiert mich das Thema Inklusion – und hier vor allem das Themenfeld der inklusiven Bildung und inklusiven Schule sehr.

Daher waren die Interviews mit der Primus schule Bergfidel (Reinhard Stähling und Barbara Wenders), mit der Otfried-Preußler-Schule und mit dem Inklusionsbündnis Eine für alle die inklusive Schule für die Demokratie sehr interessant und spannend für mich.

Wir brauchen endlich ein bundesweites Schul- und Bildungssystem, in dem die Kinder – und zwar ganz gleich welcher Herkunft, welchen Geschlechts, welche Muttersprache sie sprechen, welcher Religion sie zugehören oder ob sie eine Behinderung haben – von Anfang an gemeinsam lernen und gemeinsam schon die gleiche Kita besuchen und bis zu ihrem Schulabschluss auf eine gemeinsame Schule für alle Kinder gehen und wir brauchen in jedem Bundesland Schulen, die bereit sind, inklusiv zu arbeiten und dafür inklusive Schul- und Unterrichtsstrukturen zu entwickeln.

Weitergedacht sollte sich ein solches Schulsystem auch positiv auf die Inklusion im Erwerbsleben auswirken. Diese ganze Aussonderung und Trennung muss endlich ein Ende haben, weil sie nicht nur gegen die UN-BRK verstößt und damit Menschenrechte verletzt, sondern auch, wie es Frau Wenders im Interview schon ganz richtig erwähnte, gegen die Menschenwürde verstößt. Wie sollen wir denn als Gesellschaft friedlich zusammen leben und Verantwortung für uns und unseren Planeten übernehmen, wenn die Kinder erleben, dass teilweise bereits ab der Grundschule – bzw. in unserem Bundesland Baden-Württemberg teils sogar ab dem Kindergarten – oder spätestens ab der weiterführenden Schule – regelmäßig viele Kinder aussortiert werden?

Durch ihre Interviews zu erfahren, dass es wirklich bereits Schulen gibt, die freiwillig inklusiv arbeiten und inklusive Schul- und Unterrichtsstrukturen für sich etabliert haben, war nicht nur spannend und interessant, sondern auch sehr ermutigend für mich, weil es mir gezeigt hat, dass die schulische Inklusion keine Utopie ist, sondern tatsächlich gelingen kann, wenn alle Beteiligten es wollen und an einem Strang ziehen.


Ein tolles Interview. Ich kenne den Film „Berg Fidel“. War damals schon begeistert. Kenne auch den Klassenrat. Führe ihn regelmäßig durch. doch leider ist er an der Schule für alle schwer zu etablieren, aus den genannten Gründen.


Vielen Dank für Ihren umfangreichen Vortrag, der mich ermutigt und stärkt.


Herzlichen Dank für dieses ermutigende Interview. Ich setze viele Elemente in ähnlicher Weise um, fühle mich aber durch eine hohe Fluktuation der Mitarbeiter*innen immer wieder an den Anfang versetzt. Es tut sehr gut, Visionen in der Realität zu sehen und Kolleg*innen, die mit so viel Energie denken und arbeiten. Ich hoffe, noch mehr Anregungen aus Ihrer Schule mitnehmen und in unserer Schule (von 2,5 Jahren bis 18 Jahre) umsetzen zu können.


Seit ich den Film vor zwei Jahren gefunden und gesehen hatte, bin ich noch überzeugter davon, dass Inklusion gelingen kann und versuche in Kleinstschritten meinen Alltag in meiner juel nach dem Primus Vorbild zu gestalten. Ich bin überzeugt davon, dass dies Kreise zieht und Stück für Stück andere mitmachen und dazu kommen werden Danke für den Film und auch für dieses ergänzende Interview!


So viel fachliche und menschliche Kompetenz! Die Leidenschaft als Pädagogen war so deutlich zu spüren! Diesen komplexen Prozess mit all seinen Herausforderungen, Zumutungen und genialen Erfolgen so anschaulich zu beschreiben ist wirklich eine ganz hervorragende Leistung! Wie wunderbar, dass es Pädagogen gibt, die verstanden haben, dass Kinder die Experten ihrer selbst sind und wir Erwachsene sie darin begleiten, unterstützend Strukturen schaffen! Danke dafür!


Grandios; das ist echte Leidenschaft und Kompetenz. Die beiden Profis vertreten die Interessen von Minderheiten. Und sind damit selbst in der Minderheit. Ich bin Fan!


Vielen Dank. Leider läuft es nicht auf allen Schulen so. Ich als betroffene Mutter finde es schade, dass manche Lehrer sich nicht mit diesem Thema befassen, obwohl sie in einer Schule für gemeinsam Lernen unterrichten.


Was für ein sensationelles Gespräch! Vielen Dank! Ich wünschte, alle Schulen hätten solche Pädagogen wie Euch! Chapeau! Und der Klassenrat gehört in unsere gesamte Gesellschaft! Vielen Dank für all die Inspiration! Donata Wenders


Selten habe ich so gespannt einem Interview gelauscht. Best Practice vom Feinsten. Die Haltung machts. Vielen Dank 


Was für ein mutmachendes Interview. Ich habe sehr viel Input mitgenommen – als Mutter zweier besonderer Kinder wie auch als Lehrkraft an einer berufsbildenden Schule. Als besonders motivierend nehme ich drei Kernaussagen mit: 1. „Die Würde des Menschen hängt nicht von seinen Fähigkeiten ab.“ 2. Fehler sind nur andere Perspektiven / Sichtweisen. 3. Man muss aushalten können, dass Kinder ggf. wochenlang Zeit brauchen herauszufinden, was sie wollen, weil sie oft nicht kennen ernsthaft nach ihrer eigenen Meinung / ihrem eigenen Willen gefragt zu werden. Aber nach diesem Prozess des Suchens kommt etwas in Gang. Vielen Dank


Auch ich bedanke mich für die ermutigenden Einblicke. Werde das sicher noch vertiefen, da ich weder Film noch Buch kenne. Es ist Samstag, aber am liebsten möchte ich gleich in die Schule und etwas umkrempeln. Meine Hochachtung für Ihr Schaffen und Mitteilen


Das Interview mit Barbara Wenders und Reinhardt Stähling ermöglicht anfangs Einblicke wie die Schule -Berg Fidel- sich entwickelt hat. Interessant fand ich den Aspekt das Integrations- oder Schulbegleiter einem Kind oder diesem, auf Grund seines Förderbedarfs, zugeordnet werden. Trotz jahrelanger Tätigkeit als Schulbegleiterin war mir das so nicht bewusst,... diesem Aspekt sollte man sich bewusst sein. Aber wie im Weiteren verdeutlicht wird, geht es um die Wahrnehmung und die Art der Einbindung, das Selbstverständnis- die Haltung. „Wir gehören alle zusammen, zu der Gruppe.“ „Die Klasse ist ein System.“ – Ich mag den systemischen Blick. Dieses Selbstverständnis der Klasse (oder der Schule im übergeordneten) als System. Schön finde ich in diesem Zusammenhang die Metapher des Mobiles,... wenn ein Teil in Schwingung gesetzt wird, geraten auch die anderen Teile in Bewegung. Mit diesem Bild im Hinterkopf, erscheint es nur logisch, bei Problemen mit allen Systemmitgliedern ins Gespräch zu kommen. „Die Kinder haben die Rolle oder die Möglichkeit Konflikte mit zu lösen.“ Jeder hat eine andere Perspektive und gerade daran „stecken“ viele Möglichkeiten. Vielen Dank für das interessante Interview


Vor knapp 15 Jahren habe ich als Referendarin an dieser Schule hospitieren dürfen und war begeistert, beeindruckt und überzeugt. Ich hatte das Glück, einige Jahre an einer Schule arbeiten zu dürfen, in der "Schule" ähnlich gelebt wurde. (Die Schule wurde 2016 leider geschlossen.) Für mich war es sehr interessant zu hören, wie sich die Schule von damals noch weiterentwickelt hat.


Das Interview war für mich motivierend, inspierend und hat mich in soooo vielen Punkten in meiner Arbeit und meiner pädagogischen Denkweise bestärkt. Danke dafür! Das kam für mich gerade im richtigen Moment und motiviert mich, weiterzumachen und noch weitere Schritte zu gehen.


sooooo gut ! Mehr davon.


Klare Worte. Nur durch die Abschaffung der Sonderschulen kommen wir echt voran. Wunderbar.


die beiden sprechen mir mit allem, was sie sagen, aus dem Herzen.


Neue Folien, ja, die braucht es...nicht nur in der Schule!


Das war total spannend! So eine Schule hätte ich mir auch gewünscht. Ich hatte damals ständig Angst und erlebte viel Druck.


Hier können viele Schulen sich Anregungen holen, wie man mit teilweise einfachen Mitteln viel erreichen