Herr Puntila und sein Knecht Matti

Theaterkritiken

Köstliches Theatervergnügen zum Auftakt des KAKTuS-Sommerfestivals

Frech und forsch wie Brecht

Kultur in Lüdinghausen

Wenn Bertolt Brecht am Freitag Abend im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen hätte sein können, er hätte sich wohl vor Freude auf die Schenkel geschlagen, begeistert laut gelacht und dabei eine geliebte Zigarre verloren. Denn dieser zehnszenige „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ war ganz und gar nach seinem Geschmack. Das lag zum einen an der frechen und den Zuschauer mit einbeziehenden Inszenierung, zum anderen an der professionellen Einstellung der Akteure des TiK (Theater in der Kreide), die mit Spielwitz die drei Stunden recht kurzweilig werden ließen. Schon zu Beginn wurde den Brecht-Freunden stark klargemacht, dass der Abend anders verlaufen würde als vielleicht erwartet, begrüßten doch auf einer Buhne im Hof Saxophon und Trompete mit einer Improvisation die 66 Besucher und geleiteten sie zum Ort des Geschehens, wo die Aufführung übergangslos begann.

Ganz im Sinne von Bertolt Brecht und nach dem Geschmack des Publikums verlief die TiK-Inszenierung des Stückes „Herr Puntila und sein Knecht Matti“.
Foto reka

Und was dann folgte, war weder ein trockenes noch sprödes oder oberlehrerhaftes Theaterstück um einen Gutsbesitzer, der, wenn er betrunken ist, seine Tochter nicht standesgemäß mit dem Knecht verheiraten will. Vielmehr ging man hier recht forsch und teilweise dreist an die Thematik.
So begeisterten der Gutsbesitzer Puntila und sein Knecht Matti die Zuschauer schon in der ersten Szene mitihrem fiktiven Aufstieg auf dem Hatelmaberg, der eher einem wilden Huckepackritt mit einem Fastabsturz ins Publikum glich und als Wegweiser diente, was noch kommen sollte. So scheuten

Akteure nicht, bei der vierten Szene (Der Gesindemarkt) das Publikum als käufliche Objekte zu betrachten. So mussten einzelne Personen auf Zuruf aufstehen und sich sowohl Gutsbesitzer als auch Knecht auf Befehl zur Schau stellen. Mit zotigen Bemerkungen wurde dann zum Vergnügen des Restpublikums, lautstark über sie verhandelt.
Grotesk auch die tanzende Gutsbesitzertochter Eva, die wie eine dahinschmelzende Butterflocke, Elfen gleich, über die Bühne tanzte. Der absolute Höhepunkt war aber wohl die groteske Verlobungsszene. Es erinnerte an Rosenthals „Dalli-Dalli“, als Publikum und Akteure sich beim Strumpfwettstopfen messen mussten.

So stellten sie in einem Improvisationsduett auf ihre Art den Inhalt und die Aussage des Stückes dar. Dabei war es großartig, wie sie gegeneinander und doch miteinander spielten und die Möglichkeiten ihrer Instrumente voll ausschöpften. Mal vehement, mal verträumt, um dann wieder ekstatisch zu explodieren und am Schluss verträumt und einsam zu versiegen.
Eine originelle Idee, den Da passte es hervorragend, dass auch Trompete und Saxophon nicht nur zwischen den einzelnen Szenen die Pausen füllten, sondern einen selbständigen Platz bei der Inszenierung für sich beanspruchen konnten.
Spannungsbogen des Brecht’schen Theaterstücks zu interpretieren. Aber nicht nur die Musik trug zum Gelingen der Aufführung bei, auch die Akteure zeigten, dass die fast einjährige Probezeit professionell genutzt worden war. Wäre dies ein rein musikalischer Abend gewesen, hätte es wohl mehrere Zugaben gegeben. So blieb es leider nur bei lang anhalten dem Applaus. Der Dank des KAKTuS, der damit erfolgreich in das Sommerfestival ’99 gestartet ist, gilt insbesondere der Firma Chalet, die den gelungenen Abend finanziell unterstützt hat.
-reka-


MZ 1. Juni 1999
Theatergruppe begeisterte mit Brecht

„Herr Puntila und sein Knecht Matti“

Die münstersche Theatergruppe „TiK“ zeigt am 5. und 6. Juni im Pascalgymnasium das Brecht-Stück „Herr Puntila und sein Knecht Matti“.

Münster – Eva, die Tochter des reichen Gutsbesitzers Puntila, soll mit einem standesgemäßen Attaché verheiratet werden. Aber wenn Puntila betrunken ist, rät er ihr, sich doch besser mit einem „richtigen Mann“ zu verbinden, nämlich seinem Knecht Matti. Schöne Aussichten? …
So in etwa könnte man den Inhalt dieses Volksstücks in Kurzform wiedergeben, wollte man auf abgegriffene Klischees, die im Zusammenhang mit Bertolt Brecht oft bemüht werden, bewusst verzichten.

Genau das möchte nämlich Regisseur Dr. Reinhard Stähling, der mit seinem achtköpfigen Ensemble am Samstag, 5. Juni, (Premiere) und am Sonntag, 6. Juni, jeweils um 20 Uhr, in der Aula des Pascalgymnasiums an der Uppenkampstiege gastiert. So verspricht der versierte Brecht-Experte „…kein Theater der leisen Töne, sondern turbulentes und clowneskes Volkstheater – ein Komödien-Spectakulum, gespickt mit einem Schuss guten Jazz, das durchweg jeden ansprechen soll“.

Die Theatergruppe „TiK“ besteht seit einem Jahr. „TiK“ steht unverblümt für „Theater in der Kreide“ und lässt mehrere Interpretationen zu. Freilich wird damit eine unmißverständliche Aussage zur Verfügbarkeit finanzieller Mittel getroffen.
Aber als eine von vielen Gruppen der freien Theaterszene in Münster gibt man sich diesbezüglich ohnehin keinen Illusionen hin. Außerdem eröffnet finanzielle Unabhängigkeit auch geistige Freiräume. „TiK“ möchte mit Idealismus und ohne Scheu vor großen Namen eigenwillige, dabei publikumsfreundliche Inszenierungen produzieren. „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ mag da den Beweis antreten. Für die musikalische Abrundung sorgen Thomas König (Saxophon) und Konny Segeler (Trompete) mit Eigenkompositionen und Improvisationen. Kartenvorbestellungen sind möglich unter 05 0251/ 77 79 77 71. Die Abendkasse ist ab 19 Uhr geöffnet.


Theatergruppe begeisterte mit Brecht

Wenn der Herr mit dem Knecht

Münster (MAT) – Seine Premiere feierte am Samstag die seit einem Jahr bestehende Theatergruppe „TiK“ in der Aula des Pascalgymnasiums. Das achtköpfige Ensemble um Regisseur Dr. Reinhard Stähling führte mit großem Erfolg das Stück „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ von Bertolt Brecht auf.

Gutsbesitzer Puntila, gespielt von Thomas Brieden ist ein mürrischer Trunkenbold, der seine Launen stets an seinen Untergebenen auslässt, im nüchternen Zustand, was – wenn auch selten – auch vorkommt, jedoch ein liebenswerter Zeitgenosse ist. Um an eine möglichst hohe Mitgift für seine Tochter Eva zu kommen, will er sie mit standesgemäßen Attaché verheiraten. Wenn er jedoch wieder mal entgegen aller Vorsätze zur Flasche gegriffen hat, rät er ihr doch einen „richtigen“ Mann, wie zum Beispiel seinen Knecht Matti zum Gemahl zu nehmen. 

Eva will das natürlich selbst entscheiden und sträubt sich gegen des Vaters Überlegungen und auch Knecht Matti ist nicht gerade begeistert von den Vorhaben seines Herrn. Schließlich kommt es nach einigen Turbulenzen und Querelen doch zur Verlobung der beiden, die jedoch nicht lange anhält, da Matti einfach „die Nase voll hat“ und auf Nimmerwiedersehen verschwindet.

Die Darsteller des Stücks, allesamt nicht unerfahren was Theater angeht, schafften es, das anfangs zurückhaltende Publikum mitzureißen, indem sie es bei vielen Gelegenheiten mit in das Stück einbezogen.

Nicht jede Tochter und nicht jeder Knecht lassen sich alles gefallen. Die Pascal-Theatergruppe „TiK“ spielte Brecht. Foto Willner

So wurden einige Herren der rund 100 Zuschauer kurzerhand auf dem Gesindemarkt von Herrn Puntila als Arbeiter auf dem Gut eingestellt. In einer Szene, als Tochter Eva beweisen sollte was sie kann, wurden einige Zuschauer auf der Bühne dazu gebracht, sich ihrer Socken zu entledigen, damit Eva sie stopfen kann.

Dr. Reinhard Stähling zeigte sich sehr zufrieden mit der Premiere des 1948 in Zürich uraufgeführten Stücks und blickt nun erwartungsvoll auf die kommenden Aufführungen. Die Zuschauer zeigten sich ebenfalls begeistert von dem Stück, was der tosende Applaus am Schluss bezeugte.

Wer nun neugierig auf die Aufführung des „TiK“ geworden ist, hat an folgenden Terminen noch die Gelegenheit sich „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ anzusehen: 11. Juni Burg Lüdinghausen, 12. Juni im Nottulner Gymnasium, sowie am 15. Juni im Kommunkationszentrum der Sparkasse Burgsteinfurt. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 20 Uhr. Kartenvorbestellungen oder weitere Informationen sind möglich unter 0 77 79 77 71.


MZ 1. Juni 1999

Puntila im Publikum

Theater in der Kreide spielte

Wieder einmal nicht Herr seiner Sinne: Herr Puntila (Thomas Brieden, l.) brummt störrisch auf seine Art mit seinem lustigen Knecht Matti (Armin Käthner, r.). Foto: -ha-

Episches Theater erlaubt den Schauspielern, das Publikum in die Handlung miteinzubeziehen. Die Trennung zwischen Bühne und Zuschauerraum wird ausgeschlossen. Bertolt Brecht ist der Begründer dieser Theaterform. Dessen 1940 im finnischen Exil entstandenes Stück „Herr Puntila und sein Knecht Matti” führte das „Theater in der Kreide“ (TiK) am Samstag abend im Pascal-Gymnasium auf.
Die Akteure vom „Tik“, Theaterpädagogen und ambitionierte Laiendarsteller, nutzten den Freiraum des epischen Dramas weidlichfür eine recht kecke Inszenierung aus: Wiederholt fand sich der Zuschauer plötzlich inmitten des Geschehens wieder. Immer wieder nahm sich der stets betrunkene Gutsherr Puntila das Recht und setzte sich auf einen freien Platz neben einen Zuschauer.

Im Zuschauerraum ging er die Verdutzten an, schrie cholerisch auf und war auf einmal wie der ganz sanftmütig. Es war ein zerrissener Charakter, den Thomas Brieden da zu spielen hatte. Höhepunkt dieses dramaturgischen Stils war die vierte Szene, in der gleich das gesamte Publikum für den Gesindemarkt herhalten und seine darstellerischen Qualitäten unter Beweis stellen musste.

Puntilas Trinksucht, die überzeugend auf die Bretter gebracht wurde, bildete den roten Faden der Handlung. War Herr Puntila zufällig nüchtern, wollte er seine Tochter Eva mit einem standesgemäßen Attaché verheiraten.  
War er wie zumeist im Rausch, riet er ihr zu einem richtigen Mann, seinem Knecht Matti (Armin Käthner). Alles hing also von der Willkür und den Stimmungen des Gutsherren ab. Eine durchweg lustige Inszenierung zeigte das „Theater in der Kreide“, laut und mit schrägen Jazzklängen untermalt, das den Zuschauern im Pascalgymnasium gut gefiel. Bereits zur Pause spendeten das Publikum anhaltenden Applaus für eine durchweg sehenswerte Inszenierung der Amateurdarsteller.

Holger Ansorge


WN 2. Juni 1999

Brechtsche Komödie als Spektakel mit Jazz

Das „Theater in der Kreide“ zeigt im Pascal-Gymnasium Brechts „Herr Puntila und sein Knecht Matti“.

„Herr Puntila“ im Pascal-Gymnasium Eva, die Tochter des reichen Gutsbesitzers Puntila, soll mit einem standesgemäßen Attaché verheiratet werden. Aber wenn Puntila betrunken ist, rät er ihr, sich doch besser mit einem „richtigen Mann“ zu verbinden, seinem Knecht Matti. Schöne Aussichten? So in etwa könnte man den Inhalt dieses Volksstückes in Kurzform wiedergeben, wollte man auf abgegriffene Klischees, die im Zusammenhang mit Bertolt Brecht oft bemüht werden, bewusst verzichten.

Genau das möchte Regisseur Dr. Reinhard Stähling, der mit seinem achtköpfigen Ensemble „TiK“ zur Premiere am Samstag (5. Juni) und am Sonntag (6. Juni) jeweils um 20 Uhr im Pascal-Gymnasium, Uppenkampstiege, gastiert. Der versierte Brecht-Experte verspricht „kein Theater der leisen Töne, sondern turbulentes und clowneskes Volkstheater ein Komödien-Spektakulum, gespickt mit einem Schuss guten Jazz“.Die Abkürzung „TiK“ steht für „Theater in der Kreide“, das seit fünf Jahren besteht. Es möchte eigenwillige Inszenierungen produzieren, heißt es in einer Pressemitteilung.
Kartenvorbestellung ist möglich unter Telefon 77797771.


WN 10. Juni 1999 KULTUR IN LÜDINGHAUSEN

„Burleskes Theater mit Musik“

Brecht-Inszenierung „Herr Puntila und sein Knecht Matti“

Das „Theater in der Kreide“ aus Münster eröffnet mit der Brecht-Inszenierung „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ das Sommerfestival des Kulturforums KAKTuS.

LÜDINGHAUSEN Kein Theater der leisen Töne, sondern ein turbulentes Komödien-Spectaculum wird vom Theater in der Kreide „ TIK“ am morgigen Freitag (11. Juni) in der Burg Lüdinghausen geboten. Wer glaubt, dass Brechtsches Theater trocken, oberlehrerhaft und eher spröde aufgeführt werden sollte, der wird von dieser Inszenierung enttäuscht sein.

 Dabei „erlebt der Zuschauer, wie der reiche Puntila seiner Tochter im nüchternen Zustand befiehlt, den blutlosen Attaché zu heiraten, und wenn er betrunken ist und seine menschlichen Anwandlungen hat – empfiehlt, einen „richtigen“ Mann, den Knecht Matti, zu heiraten. 

Genau das möchte nämlich Regisseur Dr. Reinhard Stähling, der mit seinem achtköpfigen Ensemble am Samstag, 5. Juni, (Premiere) und am Sonntag, 6. Juni, jeweils um 20 Uhr, in der Aula des Pascalgymnasiums an der Uppenkampstiege gastiert.

So verspricht der versierte Brecht-Experte „… kein Theater der leisen Töne, sondern turbulentes und clowneskes Volkstheater – ein Komödien-Spectakulum, gespickt mit einem Schuss guten Jazz, das durchweg jeden ansprechen soll“.
Die Theatergruppe „TiK“ besteht seit einem Jahr. „TiK“ steht unverblümt für „Theater in der Kreide“ und lässt mehrere Interpretationen zu. Freilich wird damit eine unmißverständliche Aussage zur Verfügbarkeit finanzieller Mittel getroffen.

Aber als eine von vielen Gruppen der freien Theaterszene in Münster gibt man sich diesbezüglich ohnehin keinen Illusionen hin. Außerdem eröffnet finanzielle Unabhängigkeit auch geistige Freiräume. 
„TiK“ möchte mit Idealismus und ohne Scheu vor großen Namen eigenwillige, dabei publikumsfreundliche Inszenierungen produzieren. „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ mag da den Beweis antreten. Für die musikalische Abrundung sorgen Thomas König (Saxophon) und Konny Segeler (Trompete) mit Eigenkompositionen und Improvisationen. Kartenvorbestellungen sind möglich unter 05 0251/ 77 79 77 71. Die Abendkasse ist ab 19 Uhr geöffnet.

Die münstersche Theatergruppe „TiK“ zeigt am 5. und 6. Juni im Pascalgymnasium das Brecht-Stück „Herr Puntila und sein Knecht Matti“.


MZ Steinfurt 17. Juni 1999

Beim „Puntila“ wurden Zu-schauer zu Schauspielern

Vergnüglicher Brecht

Knecht Matti in Aktion. Auf dem Gesindemarkt sucht er Arbeiter aus dem Publikum für seinen Herrn Puntila aus.
Fotos: hwa

B u r g s t e i n f u r t (hwa) Brecht-Theater mal anders! Am Dienstag konnte das Publikum die moderne Fassung von „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ bestaunen.Im Kommunikationszentrum der Sparkasse in Steinfurt präsentierte das achköpfige Ensemble um den Brecht-Experten und Regisseur Dr. Reinhard Stähling ein witziges und publikunnahes Theaterstück. Die Gruppe, arbeitet unter dem Pseudonym „TiK“ (Theater in der Kreide). Der Name ist Programm. Trotz relativ geringer Mittel ist es dem Team aus ambitionierten Amateurdarstellern und erfahrenen Theaterpädagogen gelungen, den Inhaltüberzeugend zu vermitteln.

Trinksucht
Ort des Geschehens ist ein Landgut in Finnland. Der trinksüchtige Großgrundbesitzer Puntila herrscht über sein „Reich“ und das Gesinde im nüchternen Zustand mit eiserner Härte. Seine Tochter Eva soll eine Geldheirat mit einem standesgemäßen Attaché eingehen

Unter Alkoholeinfluss rät er ihr jedoch, sich einen „richtigem Mann” wie seinen Knecht Matti zu suchen. Allerdings ergeben sich aus dieser doppelten Absicht einige Probleme. Folgerichtig kommt es auf der bereits geplanten Verlobung mit dein Attaché nach einigen Querelen zum Skandal. Wieder einmal betrunken, beschimpft Puntila den Attaché und verlobt kurzerhand seine Tochter mit dem Knecht Matti. Dieser jedoch verlässt das Gut …

Die Inszenierung des epischen Theaterstücks lebt vor allem durch die gegensätzlichen Charaktere der beiden Hauptakteure. Matti, gespielt von Armin Käthner, verkörpert den einfachen bodenständigen Mann, der durch Bauernschläue und vorgetäuschten Gehorsam sich in jeder noch so brenzligen Lebenslage zu helfen weiß. Ihm gegenüber steht die gespaltene Persönlichkeit des Gutsherrn Puntila, gespielt von Thomas Brieden.

Die Dialoge zwischen den beiden offenbaren viel Witz und Situationskomik. Diese begründet sich vor allem auf den wechselnden Stimmungen des Gutsherrn. Je nach Alkoholspiegel variiert er vom kindlich träumerischen zum herrisch erwachsenen Verhalten. Dementsprechend ändert sich auch sein Verhältnis gegenüber den Menschen seiner Umgebung. Einmal ist er der nette Kumpel von nebenan und ein anderes Mal ist er die Verkörperung des tyrannischen Arbeitgebers. Diese Stimmungsschwankungen bringen den Knecht nicht selten in Schwierigkeiten.  

Wiedermal besoffen! Puntila betrinkt sich seit zwei Tagen mit seinem Freund, dem Richter.

Publikum
Bei der Aufführung wurde das Publikum gezielt durch improvisierte Gespräche und Aktionen mit einbezogen. So mussten sich einige Zuschauer auf dem Gesindemarkt als Hilfskräfte darstellen oder ihre Socken zum Stopfen gehen. Zudem wurden Stimmungen des Stückes mit jazziger Musik von Konni Segeler an der Trompete und von Thomas König am Saxophon begleitet. Dieses eher ungewöhnliche Stück unterhält die 80 Zuschauer auf interessante Weise. Die Leistung wurde mit langanhaltendem Applaus belohnt.